2014-11-(01-02)
Geschrieben von SY Baringa   
Tuesday, 4. November 2014

Sommer im November

oder wie ich im November auf der Nordsee unter Spi fast einpennte und einem Sonnenbrand knapp entging.

Ich durfte nochmal weg. Segeln! Nach vielen Wochen Baringaabstinenz ging es Freitag am späteren Abend vom Rheinland hoch an die Küste. Die Bahn war frei und so schaffte man die 375km in etwas unter drei Stunden.

Nach der Ankunft ein ganz kurzer Check ob im Boot alles in Ordnung ist bzw. sich gegenüber dem letzten Besuch nichts verändert hat. So ganz in Ordnung ist ja leider nicht mehr alles... Dann gleich in die Koje und schlafen.

Die Schleuse hat um 0800h offen und somit war aufstehen für 0600 angesagt. Ein Frühstück und dann ging es los. Motor an, Segel rauspacken, Instrumente prüfen etc. Die Schleuse erreichten wir pünktlich und mit zwei weiteren Booten kamen wir pünktlich um 0810h auf der Jade an.

Auf der Jade mit Kurs stromabwärts ging es langsam voran. Der Wind mit S3 recht schwach und achterlich trieb nicht so richtig an. Ein weiteres Boot in unserer Größe segelte auch nur mit Genua ein paar Kabellängen voraus. Es war Zeit zum Genießen. Die Sonne schien, das Wasser ruhig --> herrlich!

Nach einiger Zeit wurde es doch zu ruhig und ein erneutes Prüfen des aktuellen Wx bestätigte, dass es den ganzen Tag für die Strecke nach Helgoland so schön und ruhig sein sollte. Der Skipper begann das Boot aufzuröddeln und fürs Spisegeln vorzubereiten. Das Anschlagen der Blöcke, Segel raussuchen und neue Schoten konfektionieren (die vorhandenen sind beim zweiten Spi schon warm und trocken auf dem heimatlichen Dachboden) dauerte dann immerhin faste eine Dreiviertelstunde.

Im weiteren Verlauf griffen wir zum äußersten und setzten neben dem Genua noch das Großsegel (für den Spi). Nach fertiger Vorbereitung, u.a. musste die Genua nochmal runter weil das Spifall irgendwie zw. den Stagreitern hing, kam der Spi hoch und stand schnell gut und zog dann die Baringa deutlich schneller durchs Wasser. Der Skipper war stolz ob des gelungenen Manövers und sächelte anschließend viele Stunden ohne großartige weitere Aktionen gen Helgoland.

Ein kleines Wooling (Spischot bzw. der Achterholer hatte sich aus dem Spibaum gelöst und das Segel bildete eine schöne Sanduhr um das Vorstag) sorgte für kurze Aktivität bis wir weiter ruhig bis kurz vor Helgoland segelten. Ca. 2nm vor der Insel kam dann die Kür des Tages: Spinnaker bergen. Randbedingungen: Einhandsegler, kein Bergeschlauch, Spifall nach achtern umgelenkt. Alles Herausforderungen... Aber es ging gut! Der Plan: Während des Spisegelns die Genau wieder setzen, den Achterholer fieren bis der Spibaum an das Vorstag kommt. Die Schot bzw. Achterholer in die Hand nehmen und zum Mast gehen. Der Spi weht nun in Windabdeckung von Genua und Großsegel. In die linke Hand den Achterholer und in der rechten die Spischot. Beides zusammenhalten -> Segel fällt ein und dann unterm Großbaum durch das Segel ins Cockpit ziehen. Von dort dann Stück für Stück das Spifall fieren und dabei den Spi mit beiden Händen ins Cockpit ziehen.

Das beste daran war: Es hat funktioniert! :-) Das Segel kam problemlos runter und wurde auch gar nicht nass! So machte das Spaß! Hehe, sehr schön. Die letzten Meter gesegelt, an der Tonne zur Hafenansteuerung noch die Genua geborgen und dann mit Groß und Motor in den Hafen. Um 1400h waren wir an der Nordkaie fest. Knappe sechs Stunden von Hooksiel bis Helgoland.

Letzte Aktualisierung ( Tuesday, 4. November 2014 )