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Nordseereise, fast rundrum - oder was alles anders kommen kann... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von SY Baringa   
Monday, 4. December 2006

PlanungPlanung für den Törn 2007

Bereits nach dem Norwegentörn 2006 stand mehr oder weniger fest, dass wir in diesem wunderschönen Land wieder segeln möchten. Die Inselwelt vor Norwegen ist traumhaft, die Ankerplatz häufig und meist idyllisch. Allein die weite An- und Abreise schreckte uns ein wenig ab. Anfang 2007 sollte auch endlich das Studium beendet werden. Diese letzte Gelegenheit eines längeren Törn, nämlich bevor es im Beruf richtig los geht, wollte ich für eine Nordseerunde mit längerem Aufenthalt in Norwegen nutzen. Irgendwann im Winter 06/07 war auch mal ein Törn nur in Schottland mit einem eventuellen kleinen Abstecher nach Norwegen geplant. Nach vielen Törnberichten, Büchern und Unterhaltungen mit Seglern, die beide Reviere kennen, bin ich doch auf Norwegen als Urlaubsschwerpunkt umgeschwenkt. Da ich gerne eine neue Gastlandflagge hissen wollte, sollte vor dem Norwegenteil ein Abstecher nach Schottland und den Shetlands stehen. Im Laufe des Winters organisierte ich alle notwendigen Seekarten und Revierführer, arbeitete eine Route aus und fing mit den sonstigen Vorbereitungen an. Da ich wieder Mitsegler als Unterstützung für die langen Schläge suchen wollte, mich aber nicht darauf verlassen konnte, wurde die Baringa auch Langstrecken-Einhandtauglich gemacht.
Je näher das Frühjahr rückte, desto weniger blieb von ursprünglich geplanten drei Monaten Segeln übrig. Die Arbeitswelt hatte Besitz von mir ergriffen und mit Ihr die leidige Beschränkung der Urlaubstage. Glücklicherweise konnte ich eine siebenwöchige Freizeit aushandeln und damit einen Großteil meiner Ziele erfüllen. Für den ersten Teil der Strecke hatten sich auch Mitsegler gefunden und so ging es Anfang Juni 2007 zu dritt los. Ziel Schottland-Shetlands-Bergen.

03. Juni 2007Treffen an Bord

Am 3. Juni traffen wir alle auf der Baringa zusammen.
Bei schönstem Sommerwetter bereiteten wir uns und das Boot auf die Abreise vor um am nächsten Tag aufzubrechen.

 

 

 

 

04. Juni 2007Sonnenuntergang im Hafen von Makkum

Am 4. wurden morgens noch einige Einkäufe und Besorgungen erledigt und dann starten wir Mittags. Bei leichten nörtlichen Winden kamen wir an diesem Tag immerhin bis Makkum. Nicht sehr weit, aber dafür schön gesegelt. Für den nächsten Tag waren bessere Windbedingungen angekündigt und als Ziel legten wir Vlieland fest. 

 

 

 

05. Juni 2007Diese Pumpe hat uns gerettet

Am 5. Juni ging es kurz vor Mittag bei passender Gezeit durch die Schleuse Kornwederzand ins Wattenmeer. Wir folten dem Fahrwasser Richtung Harlingen und anschließen Richtung Vlieland. Kurz vor Ende des Pollendam vor Harlingen setzte Baringa auf den Steinwall auf. Nach Kontrolle des Bootes auf Undichtigkeit ging es weiter Richtung NW. Nach einer Stunde stellte ich einen Wassereinbruch fest und wir mussten nach Harlingen zurückkehren. Dort kam Baringa in die Atlantic-Werft und wurde in den nächsten Tagen wieder Instand gesetzt.

 

 

 

06-14. Juni 2007Baringa an Land

In der Zeit vom 5.-14. Juni stand Baringa in der Atlantik-Werft. Das Wetter in dieser Zeit war hochsommerlich und ärgerte mich über die verlorenen Urlaubstage. Die Zeit auf dem Trockenen konnte ich mit kleinen Verbesserungen an der Baringa und Kontakteknüpfen verbringen. Insgesamt war es aber doch ziemlich langweilig. Ich sehnte die Weiterfahrt herbei.

 

 

 

15. Juni 2007Fähre Hukkepack

Am 15. Juni ging es morgens endlich weiter. Da meine Crew abgereist war machte ich mich allein auf den Weg gen Norden. Der Wetterbericht sagte wenig bis sehr wenig Wind auf der Nordsee vorher. 1,5 Wochen hatte ich verloren. Den Plan über Schottland nach Norwegen zu segeln wollte ich allein nicht umsetzen. Aber segeln wollte ich. Meine Frau hatte ein Ticket nach Bergen und sollte in genau einer Woche dort sein. Nun denn, auf Richtung Stavanger und vergessen wir Schottland. Nach dem ich Harlingen achteraus gelassen hatte und immer genügend Abstand zum Pollendam hielt segelte ich bei wenige Wind aber viel Nebel durchs Wattenmeer. Kurz vor Vlieland begegnete ich einem Frachter, der sehr weit ab des Fahrwassers von mehreren Schleppern gezogen wurde. Ob der wohl auf Grund saß? Interessanterweise hatte dieser Frachter eine Katamaranfähre und einen große Segelyacht geladen. Sah irgendwie gespenstig aus als sich dieses riesige Ungetüm aus dem Nebel schälte und dann noch so nah am Ufer lag. Bis Abends konnte ich segeln, dann ließ der Wind soweit nach, dass ich den Motor anstellen musste.

16. Juni 2007Der Autopilot bringt mich nach Norden

Der 16. Juni verlief sehr ruhig. Bei SW2 tuckerte ich gen Norden. Ich gewöhnte mich langsam an die Schaukelei. Da ich allein unterwegs war und nicht ständig Ausschau halten konnte, lief stets das Radar. Mit zwangsweise laufendem  Motor konnte ich das Radar, den Autopiloten, Kühlschrank und Radio betreiben ohne mit Gedanken um Strom machen zu müssen. Insgesamt tankte ich an diesem Tag 2x nach und schüttete dabei 50l Diesel von den Kanistern in den Tank. Motorsegelnd kam Norwegen immer näher...

 

 

 

17. Juni 2007Endlich Wind!

Der 17. Juni war wesentlich ereignisreicher. Der Wind kam mit NO2 zum einen aus einer ganz anderen Richtung und legt im Tagesverlauf auch mächtig zu. Gegen Nachmittag stand ich westlich des Skaggeragausgangs und von dort kam viel Wind herüber. Bei östlichen Winden um Bft. 3-5 konnte ich bald den Motor aus machen und endlich wieder richtig segeln. Kurz vor Mitternacht schlief der wieder Wind ein.

 

 

 

 

18. Juni 2007erster Hafen: Skuddenshavn

Im Verlauf des frühen Morgens des 18. Juni kam ich der Küste näher, der Schiffsverkehr nahm ständig zu und schlafen konnte ich vergessen. Im VTG vor Stavanger musste ich Slalom um einge verrückte Fischer fahren. Schon seit dem Vortag rechnete ich wie verrückt hin und her und überlegte wie lange der Diesel wohl noch reicht. Bis nach Norwegen zu motoren war nie in meinen Überlegungen vorgekommen. Da die Dieselkanister leer waren, tankte ich 10l Petroleum um nicht kurz vor der Küste ohne Treibstoff dazustehen. Da ich bei meiner Abfahrt in Holland kein genaues Ziel hatte, war ich mit auch noch nicht über den ersten Hafen in Norwegen im Klaren. In den letzten Tagen hatte ich in meinen Revierführeren geschmöckert. Stavanger war zu aufwendig in der Ansteuerung und Tananger lag eigentlich schon stb. quer ab. Skudenes wurde als geschützter Hafen mit guten Versorgungsmöglichkeiten beschrieben. Die Einfahrt solle zwar recht eng sein, aber was solls. Skudenes war mein Ziel. Nachdem ich das Boot soweit klariert hatte und selbst bereit für den Landfall war, legte ich die Baringa um 0830h längsseits an den Steg von Skudenes Havn. Nach 71Std. auf See stand erstmal Duschen auf dem Programm. Leider nur mit kaltem Wasser... Ab in den Supermakt, was zum bruzzeln kaufen und dann richtig schön schlafen! :-) Skuddeneshavn ist ein guter Ort für einen Landfall wenn man über die Nordsee nach Norwegen kommt. Die Einfahrt verläuft durch eine kanalähnliche Zufahrt von Ost nach West und mündet ein ein gut geschütztes Hafenbecken mitten im Ort. Es gibt zwei große Supermärkte und viele kleinere Geschäfte zur Versorgung. Der Hafen bietet Duschen sowie Waschmaschine und Trockner die jeweils mit norwegischem Münzgeld bedient werden. Strom und Wasser gibt es an den Stegen. Teils sind das Schwimmstege.

19. Juni 2007 Toller Sonnenuntergang auf dem Weg in den ersten Fjord in Siggjarvag

Am 19. Juni ging die Reise weiter. Mit wieder mal schwachem Wind wurde ich erneut zum König der Motorsegler. Vormittag fuhr ich von Skudenes bis Haugesund. Nachdem ich an der dortigen Tankstelle meine Dieselvorräte ergänzt hatte ging es zu einem kleinen Stadtrundgang. Haugesund vom Wasser ist wirklich hübsch zu sehen. Alte und neue Gebäude nebeneinander geben ein schönes Bild. Die Stadt selbst hat nicht so viel zu bieten. Die üblichen Geschäfte und eine interessante Hanglage. Alles ist irgendwie abschüssig. Naja, hauptsache mal gesehen. Weiter gehts. Die Gewässer nördlich von Haugesund heißen Sletta und sind wohl was besonderes. Für diesen Bereich gibt es extra Wetter- und Wellenvorhersagen. Es ist ein zum Meer hin ungeschützter Bereich. Dort kann sich schnell Seegang aufbauen und ein passieren unangenehm werden lassen. Durch das Gebiet von Sletta hindurch ging es nach Norden in den Bömlafjord und weiter nörldich, vorbei an Mosterhamn, in den Stokk Sundet. Ziel des Tages war Siggjavag. Das ist ein alter Fährhafen in einem winzigen Fjord. Wegen neuer Brücken wurde der Fährbetrieb eingestellt und der alter Fähranleger dient jetzt als günstiger Liegeplatz. Die Einfahrt ist sehr schmal, aber gut ausgezeichnet, zumindest wenn man den Eingang gefunden hat. In dem schmalen Zugang gibt es beleuchtete Tonnen die den Weg in den Fjord weisen. In dem Fjord gibt
es eine winzige "Marina", so steht es an einer Werkstatt neben einer Kaimauer. Es lag ein alter Ausflugsdampfer am ehemaligen Fähranleger. Dieses Ding war recht heruntergekommen. Ich schätze, dass es ca. 40m lang war und mehr Farbe benötigt als sich der Eigner leisten kann da es doch recht vergammelt aussah. Einige Meter weiter im Fjord machte ich an einem Betonpier fest. Der Platz sah alt und verlassen aus und mit genügend Fendern konnte ich es mir an diesem Ort günstig gemütlich machen. Strom und Toiletten gab es natürlich nicht, brauchte ich aber auch nicht. Der ort ist herrlich, einige Motorboote, Ferienhäuser am Ufer, wenige Menschen und absolute Ruhe.

20. Juni 2007Das ist als Yachthafen eingezeichnet. Voll mit Fischkuttern. Naja, kurzer Zwischenstopp für die sanitären Anlagen und weiter gehts.

Am nächsten Tag, dem 20. Juni, ging es bei herrlichem Sonnensein weiter durch die Fjorde in Richtung Bergen. NW durch den Stokk Sund fuhr ich westl. an der Insel Aalforo vorbei. An deren südl. Ende musste ich für einige Augenblicke unter Deck. Vorher prüfte ich ob Boote in der Nähe sind und sonst keine Hindernisse den Weg versperren. Alles ok. Gerade als ich unten war, schaukelte die Baringa wie wild. Schnell hoch! Ich sah gerade noch ein sehr schnelles Motorboot, das meinen Kurs nur wenige Meter entfernte gekreuzt hat, voraus im Inselgewirr verschwinden. Es sind schon ziemlich viele unangenehm rücksichtslose Mensch auf dem Wasser unterwegs! Nach einige Meilen verließ ich das Hauptfahrwasser und bog nach bbd. zur Insel Röröy ab. Diese wollte ich nördl. umrunden und dann weiter NW zur Insel Selsöy fahren. In dem Inselwirrwar um Röröy und Selsöy waren die Wassertiefen teils nur mit 1,5m angegeben. Ich suchte mir eine passende Route heraus und fuhr vorsichtig meinen Weg. Außer den Flachs musste man auch Stromleitungen und unterschiedlichen Höhen beachten. Die 3nm zwischen Röröy und Selsöy waren wegen dieser Hindernisse wirklich spannend. Mit Echolot, Plotter und Karte bewaffnet tastete ich mich ohne Grundberühung in Zeitlupentempo an den Wegpunkten entlang. Nördl. von Selsöy passierte ich den Selbjörnsfjord und später den Korsfjord, ein Hauptfahrwasser auf dem Weg nach Bergen. Südl. des Hakenssund bei Haakhl ging ich vor Anker. Das war ein schönes Gefühl ohne Landberührung ruhig vor Anker zu liegen. Schnell das Dinghy raus und einen Abstecher an Land gemacht. Der Abend war wunderschön: Vom Ufer aus sah ich die Baringa in blauem Wasser liegen. Dahinter und daneben sonnenbeschienene Felsen und im Hintergrund hohe Berge auf deren Spitzen noch Schnee lag. Ein traumhaftes Bild! Leider war ich aber allein...

21. Juni 2007Einfahrt zum Segelclub Bergen

Am 21. Juni, eine Woche nach meiner Abfahrt in Holland, sollte Xenia in Bergen landen. Um Sie abzuholen fuhr ich morgens nach einem "Anker auf" Manöver die letzten Meilen bis zum Segelclub von Bergen. Dort ließ ich mir eine Box geben, machte mich ein bisschen zurecht und auf den Weg zum Flughafen. Ich kannte die Busverbindung nicht und eine Landkarte hatte ich auch nicht. Mit der groben Richtung aus der Seekarte lief ich die Strasse entlang Richtung Flughafen. Leider gab es typisch norwegisches Regenwetter. Als ich mir wegen des Weges unsicher war, bot mit ein Norweger, den ich nach dem Weg fragte an mich zum Flughafen zu fahren. Danke! Zusammen mit Xenia fuhren wir später im Taxi zurück zum Boot. Den 22. Juni wollten mir in Bergen verbringen. Direkt am Segelclub ist eine Bushaltestelle, von der aus man einfach und günstig nach Bergen fahren kann.

 

22. Juni 

Marktstand in BergenAm Morgen des 22. Juni sind wir mit dem Bus, der vor der Einfahrt des Segelclubs Bergen abfährt, nach Bergen gefahren. Auf in die Metropole Norwegens! Busfahrten sind preiswert. Unsere Verbindungen waren pünktlich und die Fahrt angenehm. So solls sein! Wie fast alle Touristen sind wir natürlich auch am Ende des Hafenbeckens auf den Markt gegangen. Richtige Norweger ;-), Studenten aus allen Ecken Europas, verkaufen dort für viel zu viel Geld Fisch und Klimbim an Touris. Wiederstehen konnten wir nicht und haben auch was zu mampfen gekauft. Die Bahnfahrt hoch auf den Berg haben wir uns wieder nicht gegönnt. Durch ein Wohnviertel sind wir zumindest den halben Weg hoch gelaufen. War auch viel schöner so. Der Ausblick war super. In einem hinteren Hafenbecken lag ein Kreuzfahrtschiff. Zwischen den kleinen Häusern Bergens sah das aus wie ein Riesenhochhaus.

23. Juni 

Bucht der Insel LysöyAm 23. Juni ging es endlich wieder segeln. Im Segelclub klarierten die Norweger die Boote für eine Regatta und wir machten uns auf den Weg raus in die Schären wo uns keiner stört. An einer Tankstelle ca. 1,5nm vom Segelclub entfernt haben wir erstmal Diesel gefasst und anschließend ging es S-SE Richtung Lysöy. Wind gab es leider nicht so viel und so motorten wir das erste Stück. Später haben wir den Gennaker gesetzt und so gut wie möglich damit Strecke gemacht. Als Kurs N zur Zielinsel fuhren bzw. dümpelten kam ein kleines Motorboot auf uns zu. Also erstmal Angel rein und hören was der will. Es war ein ziemlich betrunkener Norweger. Der textete uns ein ganz Zeit lang auf Norwegisch zu, wir verstanden kein Wort. Als er dann versuchte längsseits festzumachen gaben wir Gas und fuhren davon. Man hört ja viel über Piraten, vor allem in den Schären Norwegens....  Wink   Nachmittags um 1530h kamen wir bei der Insel Lysöy an. An der SW-Seite gibt es eine relativ schmale aber tiefe Buch. Diese bildet zwei Becken in denen man Ankern kann. Wir fuhren in das hintere Becken und ankerten neben einem anderen dort liegendem Segelboot. Ein traumhafter Platz! Das Becken hat einen Durchmesser von ca. 50m und rundherum sind Bäume. Man liegt sehr geschützt und glasklarem Wasser. Unser Anker viel auf ca. 6m Tiefe. Mit dem Schlauchboot setzten wir über ans Ufer und starteten einen Spaziergang über die Insel mit dem Ziel Ohle Buls Villa. Das soll ja der Tourismagnet der Insel sein. Außer einem schönen Aussichtsturm auf einem Hügel fanden wir aber nichts. Die Aussicht von dem Turm war fantastisch. Das ganzen umliegende Revier konnte man überblicken, wunderschön!

24. Juni 

Liegeplatz neben HolzhütteAm nächsten Morgen, 24. Juni, machten wir uns erneut auf die Suche nach Ohle Buls Villa. Mit einem Plan, der unweit von uns am Ufer stand, fanden wir das Haus schnell. Ganz schön verschnörkelt das ganze, aber wem's gefällt. Mittags gingen wir dann ankerauf und segelten Kurs S um später nach N Richtung Os zu segeln. Wenige Meilen von Os fuhren wir in einen kleinen Fjord. Dort fanden wir ein paar hundert Meter neben dem Segelclub Os ein verlassenes Wochenendehaus mit Steg an dem wir festmachten. 

 

 

 

25. Juni 

Os25. Juni  Gegen 0900h starten wir nach Os, wo wir kurz später ankamen. Bei Einfahrt nach Os gibt es an steuerbord neue Appartmenthäuse. Davor befindet sich eine Kaimauer. Dort legten wir an. Sanitäre Anlagen gibt es dort keine. Diese findet man gegenüber, auf der anderen Seite der Bucht neben der Tankstelle. Den Schlüssel dafür gibt es daneben im Restaurant. Diese Informationen stehen nirgends geschrieben, haben wir am in der Information der Stadtverwaltung erfahren. Diese liegt neben der Bushaltestelle. Einkaufen kann man in Os auch, Supermarkt nur ein paar Minuten vom Liegeplatz entfernt. Kurz vor Mittag sind wir dann in einen Bus Richtung Bergen gestiegen. Auf dem Weg zum Flughafen mussten wir zwar einmal umsteigen, aber das ist völlig unproblematisch und bestens beschrieben. Nachmittags um vier war ich allein zurück am Boot und Xenia auf dem Heimweg nach Köln. Das Appartmenthaus neben der Kaimauer war noch im Bau und mit einigen Handwerkern konnte man sich nett unterhalten. Waren halt Deutsche.... :-)

 

26. Juni 

mieses Wetter im BjornafjordDen 26. Juni verbrachte ich in Os. Irgendwie war mir noch einem Hafentag zumute. An der Kaimauer gibt es einen Schwimmsteg. Der knartste die ganze Nacht.... Jedenfalls kam Morgens der Besitzer des Stegs und Eigner der nagelneuen Grand Soleil vorbei um die Scharniere zu schmieren. Mit ein bisschen Hilfe meinerseits kam ich dann auch noch zu einem Besichtungstermin der Grand Soleil. Der Wetterbericht sagte Wind und Regen voraus. Das Barometer viel den Tag über in den Keller  (um 15hpa) und ich wartete auf die Dusche von ganz oben. Abends sprangen neben dem Liegeplatz die Lachse um die Wetter. Viele standen mit Angeln um Ufer und versuchten ihr Glück. Aber um diese Jahreszeit ziehen die Lachse flußaufwärts und essen nichts. Da hilft der beste Köder nichts.

 

 

27. Juni 

LukksundAm Mittwoch, 27. Juni, ging es durch den Lukksund in Richtung Hardangerfjord. Gegen 11Uhr ereichte ich den Lukksund. Das ist eine schmale Verbindung zwischen dem Bjornafjord, an dem Os liegt und dem Hardangerfjord. Sieht aus wie ein Tal, nur abend Wasser und links und rechts hohe Felswände. Bei bis zu 2kn Gegenströmung und vielen sehr kabbeligen Stellen war höchste Konzentration an der Pinne gefragt. Nach der Ausfahrt aus dem Lukksund ging es NO in den Hardangerfjord hinein Richtung Sundal. Wind war wenig bis gar nicht vorhanden und so motorte ich wie ein Weltmeister durch Norwegen. Sundal steht zwar im Revierführer und wird als Liegeplatz für Yachten beschrieben, ist aber winzig. Der Campingplatz hat genau vier Liegeplätze für Yachten und vor dem Kaufmannsladen gibt es auch nochmal 2-3 Plätze. Es ist also schnell voll. Ich war froh den letzten Platz am Campingplatz bekommen zu haben. Der Steg ist recht wackelig und die Stromversorgung abenteuerlich. Ankern geht in der Nähe von Sundal nicht da wenige Meter vom Ufer entfernt es so tief wird, dass keine auf Yachten gängige Ankerkette ausreicht. Wegen des miesen Wetters war der Gletscher von Sundal leider nicht zu sehen. Im Regen hinlaufen wollte ich auch nicht.

28. Juni 

Gletscher bei Sundal28. Juni  Bei Nieselregen mache ich mich bereit für die Abfahrt. Das Wetter vermiest mir den Spaß an der Landschaft und allein läßt sich das noch schlechter ertragen. Ohne Wetterbericht, der ließ sich im Fjord weder über Weltempfänger, noch über Navtex empfangen, mache ich auf den Weg zurück Richtung Süden. Obwohl es nicht mehr regner, bleibt es grau in grau. Dicke Wolken ziehen durch den Fjord. Von der eigentlich schönen Landschaft sieht man wenig. Kurz nach dem Ablegen klart es für einige Minuten auf und man hat freien Blick auf den Gletscher bzw. die Gletscherzungen von Sundal. Das sieht gut aus! Eigentlich wollte ich dort ja hinwandern, aber nicht bei so viel Regen und Matsch. Wind ist wieder nur wenig da und der Motor läuft... Auf der weitern fahrt durch das Grau sehe ich am Horizont, Richtung Fjordausgang, blauen Himmel und Sonne! Ja, dort wirds schön, auf gehts. Abend erreiche ich Mosterhamm. Die Sonne scheint und es ist nahezu windstill. Ich klettere noch auf den Hügel und genieße den Ausblick über den Fjord.

29. Juni

Christian RadichAm nächsten Morgen strahlt die Sonne vom Himmel. Gut gelaunt gehts auf zum Supermarkt, Wasser bunkern und tanken. Anschließend starte ich Richtung Haugesund. Dabei passiert man das Seegebiet am Ausgang des Bömlafjords das Sletta heißt. Hierfür gibt es einen extra Wetterbericht der hilfreich sein kann. Die See ist ist auch bei sonst brauchbarem Wetter schnell sehr rauh.  Haugesund passierte ich ohne Stop und fuhr direkt bis Kopervik durch. Die ganze Strecke war Motorsegeln angesagt, Genua und Unterwassergenua brachten mich voran. Die Strecke im geschützten Bereich zwischen den Inseln und dem Festland ist richtig schön. Vorsichtig muß man aber sein. Die Schnellfähren fahren häufig uns sonstiger Schiffsverkehr ist auch ständig unterwegs. In Kopervik fing es dann wieder an zu regnen, was die Stimmung nicht gerade aufhellte. Also bastelte ich im Boot und schloß das Radio (Autoradio) an, damit es nicht ganz nutzlos die weite Reise macht. So gabs am Abend dann auch endlich mal Musik aus der Tüte. Der Stadthafen von Kopervik lädt nicht gerade zum längeren Aufenhalt ein. Es gibt aber Strom und Wasser. Auf der anderen Strassenseite in einem Hof, ein paar Treppen hoch, gibt es aber auch sanitäre Anlagen und sogar eine Waschmaschine.

30. Juni

traumhafte Ankerbuch bei KopervikVormittags nutze ich um einzukaufen und lange zu duschen. Eine Maschine Wäsche läuft auch durch. Von der Hafenmeisterin gab es beim Kassieren der Liegegebühr einen Gutschein für den Supermarkt. Hab ich doch glatt fünf Brötchen für bekommen. :-)

Nachmittags verlege ich auf die Andere Seite des Sunds 3nm fort von der Stadt. Dort gibt es eine Insel mit toller Ankerbuch (Selen). Die Sonne scheint, der Wind weht flau, der Nachmittag ist wunderbar. Noch schöner wird aber der Sonnenuntergang. Ein Traum! So sollte jeder Urlaubstag sein. Mit dem Dinghy starte ich einen Ausflug um die Insel herum. Ich fahre im Uhrzeigersinn um die Insel, den ersten Teil gegen den Wind. nach ca. 2/3 der Strecke ist das Benzin alle und der Ersatzkanister auf der Baringa.... Als muß ich paddeln. Ohne Kiel und mit den kurzen Riehmen nicht gerade lustig. Mit 1238 Ruderschlägen bringe ich mich zurück zur Baringa. Wirklich aufregend war der letzte Teil durch den großen Sund. Dort gab es richtige Dünung und die mit dem Schlauchboot runterzufahren.... das hat gekribbelt. 

01. Juli

neues Crew-MitgliedVormittags gehts wieder auf nach Kopervik. Kurz nach Mittag kommt Christoph an Bord. Gemeinsam starten wir Richtung Skudenes. Aber nicht ohne zuvor mit dem Schlauboot unter der Brücke durch das Flüßchen hoch zu fahren um an der Tankstelle ein riesiges Eis zu essen. Der Weg nach Skudenes später war ziemlich hackig. Wind kam genau von vorn und das mit 5-6Bft. Wir motorten wie die Weltmeister gegen Wind und Welle an. Vor der Einfahrt in den langen Hafen von Skudenes sehe ich die Fähre, die kommt raus und ich will rein. Wind mit 5-6 aus S. Keine schöne Sache, hat Bedenken auf die Felsen getrieben zu werden. Knapp hinter der Fähre gelingt dann die Einfahrt in den geschützten und immer noch überfüllten Hafen. Es war die Tage zuvor ein Festival in der Stadt und etliche Bootstouristen sind wohl noch länger geblieben. Wir liegen im Päckchen an einem fetten Motorboot. 

02. Juli

Da das Wetter bleibt (viel Wind aus S mit Regen) beschließen wir einen Tag in Skudenes zu bleiben. Nach etlicher Rennerei nach einem Internetzugang habe wir auch Wettervorhersagen und planen für den nächsten Tag die Abreise Richtung Holland. Bis dahin schließen wir den Windgenerator neu an, kaufen ein und brüten weiter über den Wettervorhersagen.

03. Juli

Tankstelle Skundens HavnHeute war ein neuer Schlag-den-Kopf-an-die-Wand-Tag. Vormittag starteten wir Richtung Tankstelle um auch ja genug Diesel für die lange Heimreise dabei zu haben. Einen Ölwechsel wollte ich auch noch schnell machen. Letztes Jahr hatte die Ölabsaugpumpe ein ganz kleines Loch am Absaugschlauch. Da hab ich Panzerband drüber geklebt. Nun folgendes: Motor warm, Öl warm, Schlauch rein gesteckt, Öl abgesaugt.... und was passiert dann? Schlauch rausgezogen und das Klebeband bleibt stecken! Riesen Schreck!  Das Klebeband steckte als mitten drin im Motor. Anmachen konnte man den nun nicht  mehr. Ich in Windeseile ganz nah am Verzweifeln. Das Klebeband musste raus, also gefummelt und versucht das erstmal zu finden. Nichts. Den Mechaniker anrufen -> Die Ölwanne muss ab. Soweit kein Problem. Alle Schrauben gelöst. Das Ding ist fest. Die Dichtung dichtet nicht nur, die klebt auch fest. Also duch die Auslaßöffnung der Ölwann fummeln und dort das Klebeband rausholen. So richtig funktioniert das auch nicht. Also kommen wir gemeinsam auf die Idee einen Maulschlüssel in die Ölwanne zu stecken und daran ein Schnur zu befestigen damit so die Ölwanne abgeht. Klappt auch nicht! Ergebnis: Maulschlüssel in Ölwanne :-(  Christoph macht sich auf in die Stadt um nen Mechaniker zu organisiere und ich fummel weiter. Nach ner knappen Stunde kommt er gleich mit zwei Mechanikern zurück, ich habe gerade den  Maulschlüssel befreit. Kurze Zeit später ist die Ölwann ab, das Klebeband raus, der Motor wieder zusammen und frischen Öl eingefüllt. Kurze Probelauf: Wider Erwarten alles dicht und läuft gut. Auf gehts nach Holland! Am frühen Abend starten wir endlich gen Süden. Erst kein Wind. Nach zwei Stunden setzen wir Segel und beginnen mit dem Wachrythmus.

04. Juli

Delphine begleiten uns auf der NordseeMorgens versuchen wir bei schwachem Wind unter Gennaker Strecke zu machen. Später ist auch das nicht mehr möglich und wir motoren wieder. Kurs ist  grob 250°, später 230°. Wir versuchen "Richtung" Schottland zu kommen um das angekündigte Tief dann mit halben Wind ausnutzen zu können. Den ganzen Tag  über kommen immer wieder Delphine vorbei uns schauen nach uns und Baringa. Die spielen um das Boot und tauchen auch unter Motor nur knapp vor dem Bug vorbei. Ein wirklich faszinierendes Schauspiel. Später Am Abend erreichen wir erste Ölfelder und fahren durch den hell beleuchteten Plattformen hindurch. Fotos werden leider nichts, sieht aber aus wie Städte auf dem Wasser.

 

 

05. Juli

Traumhafter Sonnenuntergang auf SeeSchon kurz nach Mitternacht haben wir den Kurs auf 190° geändert und fahren erstmal ein Stück nach Süden. Von unserer jetzigen Position aus liegt Holland östlich von uns. Der Sonnenaufgang auf See war wieder herrlich. Einfach schön. Motorsegeln kommen weiter auf unserem Kurs voran. Als der Wind Abends dann auf SSW dreht und genau von vorn kommt, heißt es nur noch durchhalten bis zum berechnet Kursänderungspunkt. Die Wetterberichte über Navtex und DLF kündigen das kommende Tief und W-SW mit 6-8Bft. an. Wir machen soweit alles klar für einen rauhen Ritt.

 

 

 

06. Juli

Stürmchen auf der NordseeKurz vor halb elf Uhr vormittags beginnt der Tanz. Der Wind ist da. Erst mit konstanten 7Bft., später etliche Zeit lang auch 8Bft. Mein Plan erst Richtung Schottland zu fahren um dieses Wetterchen querab nehmen zu können geht auf, ich bin erleichtert. In beiden Segeln 2 Reffs und endlich ohne Motor sausen wir mit durchschnittlich 5,5-6kn Richtung Den Helder. Als der Wind bei 8Bft. einpendelt gibt der AP auf und ich hocke mich mit Ölzeug für drei Stunden an die Pinne. Als der Wind etwas nachläßt, übergeben ich an Christoph und falle kaputt auf den Salonboden um zu pennen. Der dreht wieder auf W, kommt bei einem Kurs von 140° also raumschotts und bläst uns zügig vorwärts.

 

 

07. Juli

Zurück in HollandAm frühen  Morgen des 7. Juli dreht der Wind von NW5 auf W7 und produziert kurz vor der holländischen Küste nochmal kräftig Seegang. Wir kommen der Küste näher und passieren etliche Plattformen. In der Dunkelheit und bei den Erschöpfungszuständen wird die Navigation unsicher da visuelle Wahrnehmung, Seekarte und Radar nicht immer übereinstimmen... Drei Stunden vor Den Helder dreht die Strömung und wir fahren durch eine Wind-gegen-Welle/Strömung-Situation. Nach dem Seegat von Den Helder wird es endlich ruhig. Wir beschließen keinen Stop einzulegen und fahren durch nach Den Ouver. Dort kommen wir gegen 1330h an und rasten kurz an der Schleuse. Auf dem IJsselmeer erwarten uns perfekte Bedingungen. Freudig und motiviert haben wir viel Spaß auf den letzten Meilen bei W6 nach Stavoren. Alle anderen segeln mit Reff, uns kann dieser Baggersee mit dem Wind aber nicht mehr wirklich imponieren. 1730h sind wir endlich im Hafen. Ziel erreicht! Reise vorbei.

 

Rückblick und Ergebnis, oder Realität vs. Planung

Stationen der Sommerreise 2007 waren: Stavoren, Makkum, Harlingen, Terschelling (mit Fähre und Fahrrad), Skudenes Havn, Haugesund, Sigj, Haakal, Bergen, Hjellestad, Lysöy, Vargav, Os, Lukksund, Sundal, Moster Ham, Kopervik, Selen, Skudenes Havn, Den Ouver, Stavoren

Segelroute 2007

 

Die Reise dauerte vom 02.Juni - 07.Juli. Unterwegs war ich 1040nm. Der Motor lief ca. 160h. Das ist viel, aber folgendes ist dabei zu berücksichtigen: Die Hinreise dauerte 71h, davon 54h unter Motor da kein Wind. In den Fjorden Norwegens ist das mit dem Segeln selten passend. Entweder zu wenig Wind oder aus der falschen Richtung. Lange Strecken bin ich motorgesegelt.

So, und ab jetzt bin ich gespannt, welche Reisen in den nächsten Jahren anstehen und wo es Baringa da hinverschlägt.

Die ursprüngliche Planung (ca. 1. Quartal 2007) 

Der Plan steht ...

... aber letztes Jahr tat er das auch und hinterher sollte es schon beim Start etwas ganz anderes werden. Daraus wiederum ist bei der Durchführung der Reise 2006 natürlich wieder etwas ziemlich anderes geworden. :-) Aber besser einen Plan, auch wenn er nicht stimmen wird, als gar keinen Plan!

Hauptziele für 2007 werden Schottland und Norwegen sein. Bestimmt kein leichtes Vorhaben, aber leicht habe ich es mir beim Segeln noch nie gemacht.

April 2007: Nachdem der Zeitraum für die Reise nun feststeht und diese Auszeit beruflich abgestimmt ist, läuft die Planung auf Hochtouren. Derzeit ist noch viel Ausrüstung im Zulauf und wird bis Mitte Mai hoffentlich vollzählig auf dem Boot sein. Entgegen ersten Planung wurde der Kaledonische Kanal aus der Route gestrichen. Norwegen musste ebenfalls ein paar Stationen abgeben und es sieht jetzt wie folgt aus:

Ijsselmeer - Vlieland - Peterhead (UK) - Buckie (UK) - Lerwick (UK) - Shetland 2. Ziel (UK) - Fedje (NO) - Bergen (NO) - Fjorde (NO) - Haugesund (NO) - Fjorde (NO) - Stavanger (NO) - Tananger (NO) - Terschelling (NL) - Ijsselmeer. 

Soweit der Plan fünf Wochen vor Abfahrt. Nach ersten Schätzungen wird diese Strecke wohl so ca. 1600-1700nm umfassen. Wenn es Anfang Juli einen stetigen N-NW geben sollte, möchte ich eventuell noch einen Stop in Thyboron einlegen. Ich mag den Hafen dort einfach.... :-) Die Karte weiter unten ist nur als Überblick einer ersten Planung zu verstehen.

Plan für die Nordseereise 2007
 

Hier also ein erster Zeitplan und die Stationen in der geplanten Reihenfolge. Start der Reise wird in der ersten Juniwoche sein. Vielleicht ist das Wetter ja Dienstag oder Mittwoch in der KW23 günstig.

StarthafenZielhafenEntfernunggeschätzte Reisezeit
Stavoren 
Vlieland
40nm1 Tag
Vlieland Peterhead380nm4-5 Tage
PeterheadLerwick180nm
2 Tage
LerwickBergen
250nm
2-3 Tage
Bergen
Stavanger/Tanager
xxxnm
15-20 Tage
StavangerThyboron170nm
2 Tage
Thyboron
Holland
300nm
3-4 Tage


Start: Anfang Juni
Dauer: ca. 5-6 Wochen
späteste Rückkehr: 13.07.2007

Letzte Aktualisierung ( Friday, 4. April 2008 )