| 2010-05-(11-16) |
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| Geschrieben von SY Baringa | |
| Monday, 17. May 2010 | |
Überführung nach SchottlandAm Dienstag den 11.05. fuhren mein Besatzungmitglied Frank und ich nach getaner Arbeit durch den vermeintlichen Stau nach Den Helder zum Boot. Nachdem drei Tage zuvor beim Maststellen der Lümmelbeschlag verloren ging, war die große Frage des Tages, ob ein neuer Lümmelbeschlag an Bord liegt und vor allem ob er passt. Bei Ankunft am Boot fanden wir in Päkchen mit dem Beschlag. Doch Sekunden später trat Ernüchterung ein. Frei nach dem Motto "Wer mißt, mißt Mist" war trotz Maßnahme und Zeichnung die Anfertigung des Beschlages gründlich in die Hose gegangen. Die Stimmung auf Seiten des Skippers sank rapide. Es lag ein nagelneues Großsegel bereit und konnte nicht angeschlagen werden. Zum Glück lag daneben ein nagelneues Trysegel und dieses sollte die Tour nun retten. Der neu Plan war mit Fock und Try die Nordsee zu überqueren. Den Rest des Dienstag Abends verbrachten wir mit dem Verstauen aller Lebensmittel und Klamotten sowie einiger Arbeiten am Boot. Kurz nach Mitternacht war es uns dann auch zu spät zum Auslaufen. Mittwochs um 0530h ging der Wecker. Die letzten Handgriffe wurden erledigt und um 0700h sollte es los gehen. Zum vereinbarten Startzeitpunkt konnte der Skipper aber die Halterung für den Pinnenpiloten nicht finden. Als steuerfauler Mensch war an ein Auslaufen ohne AP nicht zu denken. Wir stellten gemeinsam das Boot auf den Kopf um die Halterung zu finden. Aus bis heute nicht erklärbaren Gründen fand Frank das gute Stück im Schrank bei den Schuhen... So ging es dann um 0800h aus dem Hafen Den Helder heraus. Bei N-NE 4-5 motorten wir tapfer gegenan durch das Molengat. Schon nach 1,5Std. waren wir soweit, dass wir Segel setzten konnten und gen Westen abdrehen. Mit Fock und Trysegel segelten wir dann NNE 5-6 einen Kurs von ca. 293°. So traf es sich, dass wir die TSSs im groben rechten Winkel queren konnten. Diesen Kurs setzten wir den ganzen Tag fort. Dass wir nicht viel tun mussten, war auch gut, denn nach dem stressigen Tag zuvor, dem wenigen Schlaf und den nun recht ruppigen Wellen waren beide mit ganz anderen Dingen als Navigieren beschäftigt. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag schlief der Wind ein und der Motor musste mithelfen. Motorsegelnd erreichten wir am Donnerstag die Position ab der wir auf Kurs 338° mit Peilung auf Peterhead drehen konnten. Der Wind kam nun aus S-SE und stand damit perfekt für schönes Spi-Segeln. Ohne Großsegeln und nur mit dem kleinen Try war mir das setzen des Spis aber nicht sicher genug und so mussten wir diese Gelegenheit ungenutzt verstreichen lassen. Beide noch Erholung brauchend motorsegelten wir den ganzen Donnerstag weiter. Seit dem Überqueren der TSS passierten wir viele Bohrinseln. Die standen teilweise sehr dicht und doch mussten wir nur selten ein wenig den Kurs korrigieren um in sicherem Abstand passieren zu können. Die ganze Zeit lief der AP und damit wir niemandem ins Gehege kamen, lief das Radar um anzuzeigen wenn jemand zu nah kam. In der Nach von Donnerstag auf Freitag wurde die Erholungsphase durch plötzliche Ruhe aus dem Motorraum bereichert. Um 0130h morgens musste ich mich mit Werkzeug bewaffnen um zu prüfen weshalb der Motor nicht mehr lief. Ohne besonderes Zutun, außer Entlüften, sprang er wieder an. Gerade als ich das Werkzeug verstaut hatte und wieder lag, ging der Motor wieder aus. Gleiches Spiel von vorn. Diesmal ließen wir den Motor anschließend nur noch mit 1000U/min laufen. So tuckerte es langsam vor sich hin, bis gegen 0530h wieder Ruhe einkehrte. Da Schlaf dringend nötig war und weitere Arbeiten im Dunkeln unsinnig erschienen, segelten wir mit 3kn weiter durch die Nacht. Ab 0700h am Freitag war dann Fehlersuch angesagt. Wir zerlegten des Treibstoffzuleitungssystem des Bukh. Alle Pumpen liefen. Alle Filter war frei. Der Skipper tauchte fasst in den Tank, aber dort war auch alles in Ordnung und frei von Dreck. Als allerletzte Möglichkeit blieb der Absperrhahn zwischen Tank und Vorfilter. Der war es! Beim Zerlegen kam viel Dreck aus dem Ding heraus. An dem Absperrhahn erengt sich die Dieselleitung von 8mm auf 6mm und somit wirkt dieses Bauteil als grober Vorfilter... Sollte nicht sein, ist aber so. Naja, gereinigt und zusammengesetzt. Läuft jetzt wieder perfekt. Muss aber dringend ersetzt bzw. geändert werden. Ohne weitere Vorkommnisse setzten wir die Fahrt fort. Seit dem überqueren der Doggerbank waren wir ganz allein auf der Nordsee und blieben das bis kurz vor Peterhead. Am Samstag morgen gegen 0645h UTC kamen wir in Peterhead an. Vor dem Einlaufen Segel bergen, Fender und Leinen klar machen und dann waren wir auch schon drin im Hafen. Alles ruhig, wenig Wind, kein Schwell, wenig Leute. Nachdem Aufklaren des Bootes und einem Ölwechsel am Motor ging es endlich mal wieder duschen. Die Mittagszeit verbrachten wir in der Bibliothek von Peterhead und suchten im Internet ein Verbindung zurück nach Hause. War schwieriger, ausgebuchter und teurer als erwartet. Im Endeffekt kam folgendes heraus:
Ganz schön viele Verkehrsmittel und Etappen und auch eine weite Strecke über die Insel mit dem Auto auf der falschen Seite gefahren. Strecke: Den Helder - Peterhead Crew: Christoph, Frank Daten: 389nm üG, 411nm dW, 72,75h, 57Motorstunden Wetter: Anfangs N-NE 5-6, später S-SE 3-4, kein Regen, schönster Sonnenschein, recht kalt (8-12°C)
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| Letzte Aktualisierung ( Wednesday, 26. May 2010 ) |
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